Haftpflicht, Versicherung, Berufshaftpflichtverischerung

Berufliche Haftpflichtversicherung – warum brauche ich die?

Die Dienstleistungsbranche boomt. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Wirtschaftssektoren gemausert, zwischenzeitlich sogar dem wohl Größten. Die Wichtigkeit der Dienstleister ist einfach nicht übersehbar. 2016 wurden hier 69 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung generiert, mit einem Umsatz von mehr als 517 Milliarden Euro1

Vor allem im Gesundheitswesen, in der Erziehung und im öffentlichen Dienstleistungsbereich finden sich Dienstleister. Klassische Berufe wie Friseure, Buchhalter oder Journalisten bekommen Gesellschaft von Personal Trainern, Ernährungsberatern oder auch beruflichen Dogsittern und bringen immer mehr Berufstätige in den Sektor, vor Allem Freiberufler. In kaum einer Branche befinden sich so viele Selbstständige, wie in der Dienstleistungsbranche.  

Mit zwischenzeitlich 60% aller Gewerbeanmeldungen am Markt ist der Dienstleistungsbereich Klassenprimus bei Gründern und Selbstständigen. Zu den am häufigsten vertretenen Dienstleistungen zählen u. a. Friseure, Büroservice, Fitnesstrainer, Ernährungsberater, Schornsteinfeger, Psychologen und Kosmetiker.

Vielen dieser Neueinsteiger stellen sich zu Beginn der Gründung oder der Selbstständigkeit eine Vielzahl an Fragen, die beantwortet werden wollen

Eine der wichtigsten Fragen neben Steuerangelegenheiten, ist die der eigenen Absicherung. Als Arbeitnehmer ist die berufliche Haftpflichtversicherung in der Anstellungen inbegriffen – ein Luxus, den Selbstständige sich leisten sollten oder auch müssen.

Sicher in der Selbstständigkeit

Im Regelfall können wir davon ausgehen, dass Selbstständige ihr Herzblut in ihr Gewerbe  oder ihre Dienstleistung stecken, denn es hängt schließlich die eigene Existenz daran. Die Kundenzufriedenheit ist das höchste Gut und die Motivation, achtsam und perfektionistisch bei der Arbeit vorzugehen. Nichtsdestoweniger sind wir alle Menschen und niemand ist vor Fehlern bewahrt. Ein Versehen ist schnell passiert: Als Reinigungskraft beispielsweise wurde das falsche Mittel für eine Oberfläche benutzt, die nun noch einmal neu bearbeitet werden muss, um in ihren ursprünglichen Zustand gebracht zu werden, oder aber man macht eine schwungvolle Bewegung zu viel und das war es mit der schönen Blumenvase. Eventuell erhebt der Kunde an dieser Stelle Schadenersatzansprüche. Eine Situation, für die jeder Selbstständige gewappnet sein sollte. Ist man das nicht, kann es schnell teuer werden und das geht natürlich ans eigene Geld und somit im Ernstfall auch an die Existenz. Eine Berufshaftpflichtversicherung hingegen ist nicht teuer und schützt den Selbstständigen vor dem Ernstfall.

Was sollte ich beachten?

Bei der Wahl der Versicherung sollten Selbstständige auf eine Berufshaftpflicht für Dienstleister und Freiberufler zurückgreifen. Eine Betriebshaftpflichtversicherung schützt zumeist lediglich vor Personen- und Sachschäden. Da sich neben diesen Risiken aber noch Weitere in der Arbeit von Selbstständigen verbergen, sollten ein paar Dinge beachtet werden. Nicht jede Versicherung bietet den gleichen Schutz, daher haben wir die wichtigsten Faktoren zusammengestellt:

 

  • Schutz vor Personen- und Sachschäden: Wie schon bei oben genannten Beispielen können im Arbeitseifer Fehler unterlaufen, die einen Sachschaden nach sich ziehen. Ebenso können Personenschäden entstehen, wenn z.B. dem Frisör einmal die Schere abrutscht und der Kunde auf einmal einen Cut im Ohr hat. Hier greift die berufliche Haftpflicht und übernimmt die Schäden.
  • Vertragliche Ansprüche und Vermögensansprüche: Hier handelt es sich um Schäden, die weder den Personen- oder Sachschäden zugeordnet werden können oder sich aus diesen herleiten lassen. Das meint zum Beispiel die verfehlte Erfüllung eines zustande gekommenen Vertrags.
  • Finanzielle Schäden durch Verzug: Wenn eure Dienstleistungen einer zeitlichen Vereinbarung unterliegen, die ihr mit euren Kunden eingeht, solltet ihr gegen Schäden durch eventuelles Überschreiten dieses Timings abgesichert sein.
  • Geheimhaltungspflicht / Persönlichkeits- und Urheberrecht: Gerade Psychologen, Ernährungsberater und Personal Coaches sollten mit ihren Kunden über eine eventuelle Geheimhaltungspflicht sprechen, da sie sensible Themen behandeln. Sollte es dann zu einer Verletzung solcher Vereinbarung kommen, greift im Idealfall die Haftpflichtversicherung. Mit Urheberrechten und Persönlichkeitsrechten beschäftigen sich vor Allem Fotografen und Social Media Manager.
  • Strafverteidigung: Schaut bei eurer Versicherung, ob ihr bei eventuellen außergerichtlichen und gerichtlichen Kosten eines Strafverteidigers von eurer Versicherung unterstützt werdet.

Gerne möchten wir euch einen Vergleich verschiedener Versicherungen vorstellen. Da diese aber häufig individuell auf den Versicherten zugeschnitten sind und seine spezifischen  Arbeitsrisiken beinhaltet, lässt sich ein Vergleich schwer anstellen. Dennoch gibt es von berufhaftplichtversicherung-vergleich.net einen Artikel, über den ihr einen Vergleich beantragen könnt. Hier lest ihr auch noch einmal nach, wer als Selbstständige/r gilt und wann eine berufliche Haftpflicht notwendig oder empfehlenswert ist.

Papierkram sollte kein rotes Tuch sein

Alle oben genannten Themen sind keine, mit denen man sich gerne beschäftigt. Da wir selber selbstständig sind, können wir nur dazu raten, dem Thema genügend Wichtigkeit zuzusprechen. Sollte der Ernstfall eintreten, seid ihr als Selbstständige abgesichert und habt dann einen größeren finanziellen Schaden, einen Imageschaden oder im schlimmsten Falle eine Bedrohung für die eigene Existenz.

Quelle1: https://de.statista.com/themen/1434/dienstleistungsbranche/