Reinigung, Putzkraft

Jede Wohnung ist anders – eine individuelle Anleitung

Dinge, die wir in kurzen und regelmäßigen Abständen wiederholen, haben sich schnell in unser Gehirn eingebrannt. Wer seinen eigenen Haushalt beisammen hält, der kann ein Lied davon singen: Das Putzen der eigenen Wohnung wird schnell zur Routine. Wir nehmen Lappen oder Staubsauger in die Hand und schon verfallen wir in einen Automatik-Modus. Wie die Hand- und Armbewegungen eines Jongleurs in dessen Muskeln gespeichert sind, gehen wir in unserem Unterbewusstsein die Wohnung systematisch durch. Die Nische hinter dem Küchenregal, unter der Heizung im Bad und der Lampenschirm im Wohnzimmer – jedes noch so kleine Detail ist bekannt und wird gründlich gereinigt.

Bei den Profis unter uns ist das ein wenig anders. Die vielen Reinigungskräfte, die sich unter den Erikas tummeln, sehen sich oft neuen Herausforderungen, also neuen Wohnungen, gegenüber. Dort gilt es die kleinen Details schnell zu erkennen, um einen guten Job machen zu können. Eine einheitliche Lösung gibt es nicht, denn jede Wohnung hat ihre individuellen Ecken und Kanten – der Versuch einer Anleitung.

Gut vorbereitet ist die halbe Miete

Manche Kunden sind gut organisiert und haben sämtliche Reinigungsprodukte und entsprechende Utensilien vor Ort. Darauf solltet ihr euch aber nie zu 100% verlassen. Gerade bei Neukunden gilt es gut vorbereitet zu sein. Zu euren Arbeitsutensilien sollten daher permanent folgende acht Dinge gehören:

  • Universalreiniger
  • WC-Reiniger
  • Scheuermilch
  • Schwämme
  • Lappen
  • Microfasertücher
  • Gummihandschuhe
  • Bodenreiniger + Überzüge

Wenn ihr dazu stets mit einem Eimer ausgestattet seid, seid ihr startklar für den Großteil eurer Einsätze.

Der erste Eindruck zählt beim Kunden. Wenn ihr eine Wohnung zum ersten mal betretet, lasst euch in Ruhe eine Tour geben und hört aufmerksam zu. Schließlich steht euch jemand gegenüber, der alle kleinen Verstecke der Wohnung kennt. Fragt auch, ob es Wünsche oder Vorlieben bei den Reinigungsmitteln gibt. Danach reißt ihr erstmal die Fenster auf und schaut euch die Räume mit eurer eigenen Erfahrung noch mal genauer an. So lüftet ihr schon einmal ordentlich durch und findet vielleicht noch die ein oder andere Ecke, die in der Tour übersehen wurde. Neue Ansichten bekommen sicherlich die sauberste Wohnung noch ein Stückchen sauberer.

Ran ans Werk – Organisation ist alles

Im Idealfall wisst ihr nach dem ersten Einsatz, auf was es in der entsprechenden Wohnung genau ankommt. Wer hier sein Organisationstalent einzusetzen weiß, der wird langfristig erfolgreich arbeiten. Für jeden Kunden solltet ihr euch daher eine Checkliste anlegen.

Die Verbraucherzentrale NRW stellt dazu freundlicherweise einen Basisplan bereit, den ihr hier einsehen und downloaden könnt. Achtung – allein auf diese Liste solltet ihr euch nicht verlassen, sondern sie für jede Kunden-Wohnung individuell anpassen. Zum Beispiel solltet ihr in Aufgaben aufteilen, die jeweils täglich oder wöchentlich zu erledigen sind und in allen Zimmern die fiesen Ecken eintragen, die man schnell übersieht. Auch Wünsche des Kunden solltet ihr hier mit einfließen lassen. Somit habt ihr für jeden Einsatz euren Putzplan gleich bereit und könnt effizienter arbeiten.

In allen vier Ecken… soll kein Dreck mehr drin stecken!

Wo sind sie denn nun, die Ecken, die listig lauern und nur darauf warten, übersehen zu werden? Wir fassen ein paar Brandherde zusammen:

Die Küche

Da im Kühlschrank die Lebensmittel aufbewahrt werden, lauern hier auch die meisten Bakterien. Wischt ihn also regelmäßig durch und schaut, ob die Idealtemperatur (7 Grad) eingestellt ist.

Dazu solltet ihr regelmäßig sämtliche Ablagen untersuchen, auf denen Lebensmittel gelagert oder bearbeitet werden – Schränke, Arbeitsflächen etc. Hier fällt immer wieder was runter und wird dann schnell übersehen. Eine ordentliche Reinigung von Herd und Ofen darf natürlich nicht fehlen.

Das Badezimmer

Das Paradies für Keime – wenn ihr sie nicht schon tragt, dann kommen hier die Handschuhe zum Einsatz. Besondere Aufmerksamkeit sollten hier alle Armaturen erhalten. Duschköpfe und Wasserhähne sind schnell auf Glanz poliert, aber vorher sollten sie einer ordentlichen Reinigung mit Essig-Reiniger unterzogen werden. Damit bekämpft ihr die Kalkbildung an den Düsen. Besondere Aufmerksamkeit solltet ihr auch den Fugen widmen. Je nach Farbe lassen sich Schimmelrückstände manchmal schwierig erkennen. Wer hier regelmäßig und gründlich wischt, beugt dem Schimmel vor.

Wohn- und Schlafzimmer

Hier ist der größte Feind sicherlich der Staub, der sich hinter Schränken, Ablagen und zwischen den Heizkörpern bildet. Neben Lampen und Schrankoberflächen sind vor allem Fußleisten typische Staubfänger. Hier solltet ihr immer einen gesonderten Blick auf Tapeten werfen, da sich hier ebenfalls Staub anlagert, der sich nach der Reinigung der Fußleisten dort schnell wieder ansammelt.

Vergiss auch bei den Fenstern nicht die Dichtungen und Rahmen, denn dort sammelt sich ebenfalls so mancher Dreck an.

 

Mit eurer Erfahrung werdet ihr natürlich immer noch weitere Stellen entdecken, die ihr in den Wohnungen euerer Kunden regelmäßig bearbeiten müsst. Wir wollen unseren Tipp noch einmal wiederholen: macht euch zu jeder Wohnung einen entsprechenden Putzplan und eine Liste an Utensilien, die ihr zur Reinigung benötigt. So geht ihr sicher, dass ihr für eure Dienstleistung professionell aufgestellt seid.